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Simon V. von Montfort, 6. Earl of Leicester und Lord High Steward von England, war ein englischer Adeliger französischer Abstammung aus dem Adelgeschlecht Montfort-l’Amaury und Schwager des Königs Heinrich III. von England.

Simon

Simon V. von Montfort geboren als jüngster Sohn von Simon IV. von Montfort und Alix de Montmorency. Er wurde wohl kurz vor Beginn des Albingenserkreuzzuges geboren, den sein Vater bis zu dessen Tod 1218 angeführt hatte.

Als jüngerer Sohn wuchs Simon V. von Montfort fast mittellos in Frankreich auf, beteiligte sich aber ab 1226 an der Revolte gegen die Regentin Blnka von Kastilien, worauf er das Land verlassen musste. Im April 1230 wird er erstmals am Hof König Heinrich III. in England genannt.

Simon V. von Montfort war über seine Großmutter väterlicherseits selbst von anglo-normannischer Abkunft und verfügte somit über Erbrechte in England. Dieses Erbe bestand hauptsächlich aus dem Earldom Leicester, da sich aber sein Vater einst als Angehöriger der französischen Nobilität loyal zum französischen König erklärt hatte, wurden die englische Montfort-Ländereien von König Heinrich III. eingezogen und später anderweitig vergeben.

Simon V. de Montfort wie auch sein älterer Bruder, Amalrich VII. de Montfort, setzten sich nun für eine Restitution des umstrittenen Besitzes ein. Die Brüder vereinbarten dazu im Winter 1230 einen gegenseitigen und von den Monarchen Englands und Frankreichs geforderten Erbverzicht, womit eine Überschneidung von Familieninteressen in beiden Königreichen unterbunden werden sollte. Während der ältere Bruder, Amalrich VII. de Montfort, die Stammbesitzungen in Frankreich behielt, sollte Simon V. von Montfort das englische Erbe übernehmen. Dazu leistete er am 13. August 1231 gegenüber König Heinrich III. den Lehnseid für sein großmütterliches Erbe und als im Oktober des Jahres Ranulph de Blondeville, 4. Earl of Chester, erbenlos gestorben war konnte er davon auch den größten Teil tatsächlich in Besitz nehmen, denn dem Earl of Chester war in den vorangegangenen Jahren das Montfort-Erbe übertragen worden.

Damit war Simon de Montfort in die englische Nobilität naturalisiert und zu einem engen Vertrauensmann König Heinrichs III. aufgestiegen. Doch trotz seiner familiären Abstammung wurde er von der etablierten anglo-normannischen Feudalgesellschaft mit Misstrauen betrachtet. Von den englischen Baronen wurde er dem Kreis jener vom Festland stammenden Adligen (Poitevins genannt) zugerechnet, welche am Hof über eine starke Position und über einen großen Vertrauenseinfluss auf den König verfügten.

Am 7. Januar 1238 heiratete Simon V. von Montfort mit der Zustimmung des Königs in der königlichen Kapelle von Westminster (St. Stephen) die Schwester des Königs,

Eleanor von England, eine englische Prinzessin aus dem Haus Plantagenêt und dritte Tochter und damit jüngstes Kind von König Johann Ohneland und seiner Frau Isabella von Angoulême in Gloucester zur Welt. Durch Heirat mit Wliiam Marshal, dem zweiten Earl of Pembroke, war sie erst Countess of Pembroke und dann durch ihre Ehe mit Simon V. de Montfort Countess of Leicester.

- Beginn Geschichtlicher Hintergrund / Familliäre Abstammung Eleanor

Johann Ohneland (* 1167 im Beaumont Palace, Oxfort; † 1216 auf Newark Castle, Newark-on-Trent), engl. John Lackland, eigentlich franz. Jean Plantagenêt (Haus Anjou-Plantagenêt), genannt Jean Sans-Terre, war von 1199 bis 1216 König von England. Er war der jüngste Sohn König Heinrich II. und folgte seinem Bruder Richard I., genannt Richard Löwenherz, auf den Thron.

Neben dem französischen Herrschergeschlecht der Kapetinger und den Kaiserhäusern der Ottonen, Salier und Staufer gehören die Plantagenêts zu den bedeutendsten Dynastien des hochmittelalterlichen Westeuropas.

Im Mannesstamm existiert die Familie bis heute in den Somerset-Dukes von Beaufort weiter, die von der Bastardlinie Beaufort abstammen.

Johann wurde 1167 als fünfter Sohn Heinrich II. (Henri Plantagenet) und Herzogin Eleonores von Aquitanien (Aliénor d'Aquitaine) in Oxfort geboren. Er war zweimal verheiratet. Am 29. August 1189 schloss er seine erste Ehe mit Isabel, Countess of Gloucester (1170 - 1217), diese wurde aber wegen Kinderlosigkeit bald wieder geschieden. Am 24. August 1200 heiratete er Isabella von Angoulême (1188 - 1246). Aus dieser Verbindung stammten fünf Kinder:

∞ 1224 William Marshal,

∞ 1238 Simon V. de Montfort

Die Plantagenêtdynastie lässt sich in ihrem direkten Mannesstamm bis auf Gottfried II. Ferréol zurückverfolgen, der im 11. Jahrhundert als Graf der französischen Landschaft Gâtinais belegt ist. Vermutlich war er selbst ein Angehöriger jener Sippe, aus der die Vizegrafen von Châteaudun und Grafen von Le Perche hervorgegangen waren. Durch seine Ehe mit der Erbin der Grafschaft Anjou sicherte Gottfried Ferréol seinen Nachkommen den Besitz dieses schon zu seiner Zeit in Westfrankreich bedeutenden Feudalfürstentums. Nach dem Anjou wurde die Familie während des Mittelalters in der Regel schlicht als „angevinische Dynastie“ oder „Haus Anjou“ bezeichnet, wobei diese Familie nicht mit später auftretenden Dynastien gleichen Namens zu verwechseln ist, die vom französischen Königsgeschlecht der Kapetinger abstammten (siehe dazu: ältere Haus Anjou-Capet und jüngere Haus Valois-Anjou). Bereits in der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts stieg die Familie zu königlichen Würden auf, und zwar im Kreuzfahrerkönigreich Jerusalem.

Mit Graf Gottfried Plantagenêt setzte auch der Aufstieg seiner Familie zur führenden Dynastie in Frankreich neben den Kapetingern ein, deren Vasall sie formell war. Durch seine Ehe mit der Erbin des anglo-normannischen Reichs, der "Kaiserin" Matilda, sicherten sich die Angeviner einen Anspruch auf das Herzogtum Normadie und das Königreich England, den sie allerdings erst in einem Erbfolgekrieg gegen das Haus Blois durchsetzen mussten. Graf Gottfried Plantagenêt eroberte 1144 die Normandie, und sein Sohn konnte nach einer vertraglichen Einigung mit König Stephan im Jahr 1154 schließlich den englischen Thron als König Heinrich II. Kurzmantel besteigen, den seine Nachkommen ununterbrochen bis 1485 inne hielten.

Der Name „Plantagenêt“ wurde im ganzen Hochmittelalter bis in das Spätmittelalter hinein einzig in Bezug auf Gottfried V. von Anjou angewandt und nicht auf die von ihm abstammende Familie. Erst während des Rosenkrieg (1455 - 1484), als die angevinischen Seitenlinien Lancaster und York um die Krone Englands kämpften, wurde dieser Name zur Festigung von Herrschaftsansprüchen hervorgezogen.

Duke Richard of York († 1460), das Oberhaupt des Hauses York, nahm 1448 den Namen Plantagenêt an, um seinen Thronanspruch gegen das regierende Haus Lancaster zu untermauern.

Seitdem setzte sich dieser Name in der Geschichtsliteratur nachwirkend für die gesamte königliche Dynastie ab König Heinrich II. durch.

Der letzte Plantagenêtkönig von England war Richard III. aus dem Hause York. Er fiel am 22. August 1485 auf Bosworth Field in der finalen Schlacht der Rosenkriege gegen seinen Rivalen Heinrich Tudor, welcher darauf als Heinrich VII. den Thron bestieg und somit die Herrschaft des Hauses Tudor begründete.

Die zwei letzten legitim geborenen Angehörigen der angevinischen Dynastie waren Edward Plantagenêt, 17. Earl of Warwick, und Margret Pole, 8. Countess of Salisbury, beides Kinder von Georg Plantagenêt, 1. Duke of Clarence. Beide wurden nacheinander während der Tudor-Herrschaft exekutiert.

Die Plantagenêt waren damit in ihrem Mannesstamm allerdings noch nicht ausgestorben. Abstammend von John of Gaunt, 1. Duke of Lancaster, und dessen langjähriger Mätresse Catherine Swynford stammte das Haus Beaufort ab, dessen Angehörige später den Namen Somerset annahmen und noch heute als Dukes of Beaufort in der Peerage of England präsent sind.

Das walisischstämmige Haus Tudor war über das Haus Beaufort in weiblicher Linie mit den Plantagenêt verwandt, die Mutter König Heinrichs VII. war Margret Beaufort, über die er auch einen vagen Thronanspruch formulieren konnte. Seine Herrschaft festigte er zusätzlich durch eine Ehe mit Elizabeth of York, einer Tochter König Eduard IV. aus dem Haus York.

Als Abkömmling der Lancaster und verbunden mit einer York konnten somit Heinrich VII. wie auch dessen Sohn Heinrich VIII. die Vereinigung der zwei streitenden Häuser in ihrer Dynastie propagandistisch in Szene setzen.

- Ende Geschichtlicher Hintergrund / Familiäre Abstammung Eleanor

Eleanor bezog nach dem Tod ihres Mannes William II. Marshal Intebergh Castle in Kent, ehe Heinrich ihr 1237 Odiham Castle in Hampshire übertrug, das sie zu ihrer Hauptresidenz machte. Sie war in diesen Jahren aber auch oft Gast am Königshof, wo Simon V. de Montfort auf sie aufmerksam wurde. Eleanor und Simon V. von Montfort heirateten am 7. Januar 1238 mit der Einwilligung Heinrichs III. heimlich in der King’s Chapel von Westminster Abbey.

Durch Heirat mit Wiliam II. Marshal, dem zweiten Earl of Pembroke, war sie erst Countess of Pembroke und dann durch ihre Ehe mit Simon V. de Montfort Countess of Leicester.

Die Ehe der beiden wurde noch einige Monate geheim gehalten, denn eigentlich hätte Heinrich gemäß der Magna Carta die Zustimmung der führenden englischen Adelsvertreter, der sogenannten barons, zu dieser Verbindung einholen müssen. Irgendwann wurde diese jedoch publik. Eine Adelsopposition unter ihrem Anführer, dem Bruder des Königs, Richard von Cornwall, behauptete, die Ehe sei nicht gültig, da die Zustimmung der Barons dazu fehlte. Die katholische Kirche zweifelte hingegen die Gültigkeit der Eheschließung an, weil Eleanor kurz nach dem Tod ihres ersten Mannes ein Keuschheitsgelübde abgelegt hatte. Simon de Montfort unternahm jedoch eine Pilgerfahrt nach Rom und konnte dort beim Papst - nicht zuletzt durch hohe Geldspenden - die nachträgliche Bestätigung seiner Ehe erreichen.

Aufgrund der ständigen Anfeindungen, denen Eleanor während der Abwesenheit ihres Mannes am englischen Königshof ausgesetzt war, zog sie nach Kenilworth Castle um und lebte dort sehr zurückgezogen. Die Burg hatte Heinrich III. dem Paar als Entschädigung für Eleanors viel zu niedrige Witwenrente und als Ausgleich dafür, dass er sie ohne Mitgift in die zweite Ehe gegeben hatte, zugebilligt.

Auf seiner Reise machte Simon V. von Montfort unter anderem die Bekanntschaft mit Kaiser Friedrich II. den er nach dessen Sieg bei Cortenuova traf und von dem er eine persönliche Empfehlung für den Papst erhielt. Am 10. Mai 1238 erhielt Simon V. von Montfort von Papst Gregor IX. schließlich die legitimierende Dispens für seine Ehe.

Am 14. Oktober 1238 war Simon V. von Montfort wieder in England, wo kurz darauf seine Frau in Kenilworth den Sohn Henry, benannt nach dem König, gebar. Am 2. Februar 1239 wurde Simon V. von Montfort endlich in aller Form zum Earl of Leicester ernannt und im Juni 1239 wurde er der Taufpate seines Neffen und späteren Königs Eduard Plantagenet.

Am 9. August 1239 kam es aber bei einem gemeinsamen Kirchgang überraschend zu einem persönlichen Bruch zwischen Simon V. von Montfort und dem König. Der Chronist Matthäus Paris berichtete, dass der König seinem Schwager unvermittelt schwere Vorhaltungen ob der Ehe mit seiner Schwester machte, die kirchenrechtlich unrechtmäßig sei. Die vorangegangene päpstliche Dispens, durch welche die Ehe letztlich legitimiert wurde, schien der König dabei zu ignorieren. Mitsamt seiner Familie verließ Simon V. von Montfort noch am selben Tag London und begab sich anschließend nach Frankreich ins Exil.

In der Zeit seines Exils korrespondierte Simon V. von Montfort mit einigen einflussreichen englischen Klerikern seiner Zeit. Besonders der Fürsprache von Robert Grosseteste verdankte er im April 1240 seine Wiederaufnahme in der königlichen Gunst, verbunden mit der Rückkehr an den englischen Königshof.

Zusammen mit seinem Schwager, Richard of Cornwall, nahm er das Kreuz und beteiligte sich am englischen Zug des Kreuzzuges französischer Barone, der von König Theobald I. von Navarra bereits 1239 initiiert wurde. Im heiligen Land genoss Simon V. von Montfort bei den einheimischen Baronen einen so herausragenden Ruf, dass sie bei ihren kaiserlichen Regenten darum baten, ihn zu ihrem Regenten zu ernennen. Nachdem der Kaiser diese Bitte zurückgewiesen hatte reiste Montfort im Sommer 1241 nach Europa zurück.

In Frankreich angekommen schloss sich Simon V. von Montfort sofort dem Heer König Heinrichs III. an, der gerade einen Feldzug gegen König Ludwig IX. von Frankreich führte.

Zurück in England stand Simon V. von Montfort nun wieder voll in der Gunst Heinrichs III., von dem er nun die Burg Kenilworth geschenkt bekam. Im Oktober 1247 handelte er in Paris als englischer Bevollmächtigter eine Verlängerung des Waffenstillstandes mit Frankreich von 1242 auf weitere fünf Jahre aus. Im Folgejahr nahm er erneut das Kreuz um sich dem Kreuzzug Ludwigs IX. nach Ägypten (Sechster Kreuzzug) anzuschließen, verzichtete dann aber doch auf eine Teilnahme, nachdem er von Heinrich III. zum Seneschall der Gascogne, dem letzten französischen Besitz der Plantagenets, ernannt worden war.

In der Gascogne hatte Simon V. von Montfort gegen die Bedrohung seitens Kastiliens und eines anhaltenden Widerstands lokaler Vasallen, besonders des Vizegrafen Gaston VII. von Béarn, anzukämpfen, was ihm durch mangelnde finanzielle und materielle Unterstützung aus England zusätzlich erschwert wurde. Letztlich musste er private Mittel verwenden, um die englische Herrschaft in der Gascogne zu wahren. Trotz dieses Einsatzes geriet Simon V. von Montfort durch die Beschwerden der gascognischen Adligen bei Heinrich III. erneut in Ungnade, weshalb er sich 1251 in einem regelrechten Gerichtsverfahren der Anklage wegen Hochverrats durch Überschreiten seiner Kompetenzen stellen musste. In der Verhandlung trat Simon V. von Montfort auf, als sei er dem König ebenbürtig, nicht untertan, und äußerte über den Vorwurf des Verrats: „That word is a lie and were you not my souvereign it would be an ill hour for you when you dared utter it.“ - („Dieses Wort ist eine Lüge, und wärt Ihr nicht mein Herrscher, wäre die Stunde dieser Äußerung eine dunkle für Euch.“)

Indem Simon V. von Montfort dem König die Stirn geboten hatte, konnte Simon V. von Montfort die Sympathien seiner englischen Standesgenossen für sich gewinnen, denen er letztlich den Freispruch von allen Anklagen verdankte. Dennoch kehrte Simon V. von Montfort 1252 noch einmal in die Gascogne zurück und zog es anschließend vor, sich in Frankreich niederzulassen. Vor allem finanzielle Fragen belasteten weiter sein Verhältnis zu seinem Schwager. So zögerte Heinrich III. die Auszahlung des Wittums aus Eleonores erster Ehe hinaus und verweigerte weiterhin eine Entschädigung für Simon V. von Montfort privates Engagement in der Gascogne.

Als in Frankreich 1252 die regierende Königin Blanka von Kastilien gestorben war, wurde Simon V. von Montfort von seiten des französischen Hofs die Regentschaft über das Land für die Zeit der Abwesenheit Ludwigs IX. angeboten, die er aber ablehnte. Unter Vermittlung des im September 1254 heimgekehrten Ludwig IX. wurde ihm zumindest ein kleiner Teil seines Kredits vom englischen König zurückerstattet.

Während Simon V. von Montfort seine Jahre zurückgezogen in Frankreich verbrachte, manövrierte sich König Heinrich III. zunehmend in einen tiefen Konflikt mit den englischen Baronen. Ausschlaggebend war dabei dessen starkes Engagement zur Gewinnung des Königreichs Sizilien für seinen jüngeren Sohn, Prinz Edmund Crouchback. Hofiert wurde dieser Thron vonseiten Papst Alexander IV, welcher sich dadurch die Vernichtung der Staufer unter König Manfred erhoffte.

König Heinrich III. hatte dieses Angebot ohne vorherige Konsultation der Barone angenommen und eine Kreuzzugsteuer zur Finanzierung des Unternehmens erhoben. Gerade dies aber führte zu einer tiefgreifenden Verbitterung unter den Baronen, auf deren Schultern in erster Linie die finanzielle und militärische Last gelegt werden sollte. Damit überspannte der König aber seinen Stand unter den Baronen, bei denen er aufgrund eines leeren Kronschatzes überhaupt schon hoch verschuldet war.

Auch gegenüber Simon V. von Montfort war Heinrich III. aufgrund des Ankaufs der Grafschaft Bigorre zum Schuldner geworden, indem Simon V. von Montfort für den Großteil der Kaufsumme aufgekommen war. Zum Ausgleich wurden ihm allerdings Nutzungsrechte im Bigorre eingeräumt.

Am 10. Mai 1255 handelte Simon V. von Montfort gemeinsam mit Peter von Savoyen einen weiteren, auf drei Jahre laufenden Waffenstillstand mit Frankreich aus. Anschließend kehrte er nach England zurück, wo er nach der Wahl Richards of Cornwall zum römisch-deutschen König 1257 die Führung der Barone übernahm. Im selben Jahr kam es zu großen wetterbedingten Ernteausfällen im Land, die Preise für Getreide stiegen und eine Hungersnot brach aus. Die Unfähigkeit des Königs, diesen Missständen entgegenzuwirken führte zur offenen Front einflussreicher Adeliger, darunter auch Simon V. von Montfort, auf dem Parlament von Westminster zu Ostern 1258. Ebenso wie einst eine Generation vor ihnen, glaubten die Barone, dass der König wie sein Vater Johann Ohneland eine Gefahr für England darstellte und dessen Herrschaft unter eine kontrollierte Aufsicht gebracht werden musste, so wie es einst in der Magna Charta auch vorgesehen war. Unter Simon V. von Montforts Wortführung verweigerten die Barone ihre Unterstützung für die Sizilien-Pläne des Königs und prangerten offen den politischen Einfluss ausländischer Favoriten (Poitevins), vor allem des königlichen Halbbruders William de Valence, 1. Earl of Pembroke, an.

- Anfang Geschichtlicher Hintergrund

Noch im Jahre 1265 stellte Simon V. von Montfort seinen selbst formulierten Parlamentsverfassungentwurf zur Abstimmung. Das neue demokratische Regelwerk über die Bildung der Parlamentszusammensetzung wurde mit großer Mehrheit verabschiedet. König Heinrich III. lehnte das neue Parlament daraufhin ab, woraufhin es zum 2. Baronkrieg kam, der mit einem Sieg der königlichen Truppen, dem Tod de Montforts im Dezember 1265 und des Verbotes des de Montfort’s-Parlimament endete. Heinrich etablierte in den Folgejahren sein Parliament Piece im Kenilworth Castle, Warwickshire.
1275, nach Heinrichs Tod, hob jedoch sein Sohn König Eduard I. das Parliament Piece wieder auf und tolerierte eine erneute, nach de Montfort’schem Regelwerk ablaufende Parlamentseinberufung. Eduard bestätigte damit 1275 zunächst de facto, und 1295 unter Eid mit dem Model Parliament auch de jure de Montforts Regelwerk.

Das De Montfort’s-Parliament gilt als Gründungsinstitution des heutigen House of Commons of United Kingdom, dem Unterhaus des britischen Parlaments.

- Ende Geschichtlicher Hintergrund

Wegen unausgeglichenen Kriegsbelastungen rebellierten einige englische Barone, darunter Simon de Montfort, gegen den englischen König Heinrich III. Simon V. von Montfort, Anführer einer rebellischen Einheit, hatte die königlichen Truppen bei der Schlacht von Lewes am 14. Mai 1264 besiegt und den Königssohn und Thronfolger Prinz Eduard entführt. Das De Montfort’s-Parliament traf vorrangig zusammen, um sich mit der Auslösung des Kronprinzen aus der Gefangenschaft zu befassen.

Ab 1254 war Simon V. von Montfort der Kopf einer Adelsrevolte gegen Heinrich III. und befand sich mit ihm in offenem militärischen Konflikt. Als Simon V. von Montfort schließlich 1265 in der Schlacht von Evesham unterlag und umkam, organisierte Eleanor die anstehende Verteidigung von Dover Castle gegen königstreue Truppen, doch die Burg wurde im Oktober von Prinz Edward erobert.

Sämtliche Besitzungen Eleanors wurden von der Krone konfisziert, ehe sie von ihrem Bruder verbannt wurde und gemeinsam mit ihrer Tochter Eleanor ins Exil nach Frankreich gehen musste. Allerdings gelang es ihr zuvor noch, zwei ihrer Söhne, Richard und Amaury, im September des Jahres mit einer größeren Summe Geldes ausgestattet nach Frankreich zu schicken, um auf diese Weise zumindest einen kleinen Teil ihres Eigentums dem Zugriff ihres Bruders zu entziehen. Auf Fürsprache Ludwigs IX. gewährte Heinrich III. seiner Schwester im Jahr 1267 jedoch eine Entschädigung für die beschlagnahmten Ländereien und Güter.

Eleanors erste Ehe mit William II. Marshal blieb kinderlos. Aus der zweiten Ehe mit Simon de Montfort gingen insgesamt sieben Kinder hervor:

Henry (1238 - 1265)

Simon (1240 -1271)

Aumary, Kanoniker in York (1242 - 1300)

Guy, Graf von Nola (1244 -1288), ∞ Margherita Aldobrandeschi

eine als Kind verstorbene Tochter (1248 - 1251)

Richard (1252 - 1266)

Eleanor (1258 - 1282), ∞ 1278 Llywelyn ap Gruffydd

Durch Briefe des Franziskaner Adam Marsh, der Eleanors Beichtvater war, ist überliefert, dass sie leicht erregbar und sehr streitlustig war. Marsh erwähnte auch ihren extravaganten und kostspieligen Geschmack, der sie in fast permanente finanzielle Schwierigkeiten brachte.

Als Schwester des englischen Königs Heinrich III. lag sie wegen ihrer finanziellen Versorgung in fast dauerndem Streit mit ihm.

Um Heinrich III. dazu zu bringen, ihr weitere Entschädigungen für die Benachteiligung in Sachen Witwenrente zu zahlen, schreckte sie auch nicht vor Erpressung zurück. So blockierte sie lange Zeit den Abschluss des Vertrages, indem sie sich weigerte, auf angevinische Territorien zu verzichten.

Der Anspruch darauf resultierte aus dem Erbe ihrer Großmutter Eleonore von Aquitanien, die große Territorien auf dem französischen Festland in die Ehe mit Heinrich II. von England und somit an das Haus Plantagenêt, gebracht hatte. Der Verzicht auf diese Ansprüche sämtlicher Erben Eleanors waren jedoch ein zentraler Punkt im Friedensvertrag zwischen England und Frankreich.

Erst als Heinrich III. mehrere ausstehende Zahlungen getätigt und eine große Geldsumme als Sicherheit für zukünftige Zahlungen beim französischen König hinterlegt hatte, unterschrieb Eleanor den Verzicht auf ihr Erbe.

Eleanor verbrachte ihre letzten Jahre im Dominikanerkloster von Montargis, das eine Gründung ihrer Schwägerin Amicia de Montfort war. Dort verstarb sie 1275 und wurde auf dem Klostergelände begraben.

Guy de Montfort bzw. Guido von Montfort war ein Sohn des Simon de Montfort, 6. Earl of Leicester, und Eleanor Plantagenêt, einer Tochter des Königs Johann Ohneland.

Guy nahm 1265 an der Schlacht von Evesham gegen die königliche Partei seines Onkels König Heinrich III. und Cousin Prinz Edward teil. Sowohl sein Vater wie auch sein ältererer Bruder, Henry, wurden in dieser Schlacht getötet, er selbst schwer verwundet und gefangen genommen.

Als Gefangener blieb er in Windsor Castle bis ins Frühjahr 1266, wonach er durch Bestechung seiner Aufseher nach Frankreich entkommen konnte und sich dem Rest seiner Familie im dortigen Exil anschloss.

Mit seinem älteren Bruder Simon begleitete Guy den französischen Prinzen Karl von Anjou nach Süditalien zur Eroberung des Königreich Sizilien. Mit einer Eskorte bestehend aus 1.500 Berittenen führte er dabei die Frau des Prinzen, Beatrix von Provence, im Juni 1265 über den Mont Cenis nach Rom. Karl selbst hatte den Seeweg bis Rom genommen.

1268 zeichnete er sich in der entscheidenden Schlacht bei Tagliacozzo (früher auch Schlacht von Alba genannt) durch besondere Tapferkeit aus, wofür ihm von Anjou die Grafschaft Nola zugesprochen wurde.

Im März 1270 wurde er zusätzlich von Anjou zu dessen Generalvikar in der Toskana und Podestà in Florenz ernannt. In diesem Amt gelang es ihm bereits im Sommer desselben Jahres das bis dahin ghibellinische Siena auf die Seite der Guelfen zu ziehen.

- Familiärer Hintergrund

Am 10. August 1270 heiratete Guy de Montfort in Viterbo die italienische Adlige Margherita Aldobranderschi, mit der er zwei Töchter hatte:

Im März 1271 erfuhren Guy und Simon vom Aufenthalt ihres Cousins Henry of Almain, dem Sohn des Richard von Cornwall, in Viterbo. Zu dieser Zeit befanden sich auch König Phillip III. von Frankreich und Karl von Anjou, König von Sizilien, in der Stadt um das dort abgehaltene Konzil zur Wahl eines neuen Papstes zu begleiten.

Gemeinsam mit Guys Schwiegervater überfielen die Brüder ihren Cousin am 13. März in der Kirche von San Silvestro (heute Chiesa del Gesù). Obwohl dieser sich an den Altar klammerte und vergeblich um Gnade bat töteten sie ihn aus Rache für den Tod ihres Vaters und Bruders bei Evesham. Diese Tat hatte die sofortige Ächtung der Montfort-Brüder zur Folge, Simon starb noch im selben Jahr in Siena, „als Wanderer und Flüchtling, von Gott verflucht“. Guy wurden von Anjou Titel und Besitz aberkannt und war die nächsten Jahre gezwungen rastlos umherzuziehen.

Zuflucht wurde ihm hauptsächlich auf den Burgen der Familie seiner Frau geboten.

Als König Eduard I. von England, ein weiterer Cousin, auf seiner Heimreise vom Kreuzzug im Februar 1273 Orvieto erreichte faste er den Plan Guy zu ergreifen. Der Podestà des inzwischen wieder ghibellinisch gewordenen Siena sagte ihm dafür seine Unterstützung zu. Eduard erreichte bei einem Treffen mit Papst Gregor X. am 1. April 1273 die Exkommunikation Guys.

Guy überstand die Zeit der Verfolgung und wird erstmals 1281 wieder im Gefolge Karls von Anjou genannt, es ist aber nicht bekannt, ob er auch seine Besitzungen zurückerhielt. Nach dem Ausbruch der sizilianischen Vesper 1282 kämpfte er für Anjou gegen den König von Aragón.

Nach der Gefangennahme des Prinzen von Salermo 1283 und dem Tod Karls von Anjou 1285 führte er an der Seite des Regenten Robert von Artois den Kampf fort. Dabei plante Guy 1287 eine Landung an der Küste Siziliens um diese Insel dem Haus Anjou zurückzuerobern. Allerdings wurde er mit seiner Flotte noch im Hafen von Neapel von dem aragónesischen Admiral Ruggiero di Lauria überfallen und gefangen genommen. Guy starb mehrere Jahre später in der Gefangenschaft.