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Die Grafen von Montfort

Das Wappen von Montfort-Feldkirch und der österreichische Bindenschild auf dem `Turm der tausend Schilde´ 1325 erstmals vereint – Folge der Politik von Bischof Rudolf III. von Montfort-Feldkirch.


Wappenfolge

Für die Vorarlberger Landesgeschichte war die Linie von Montfort-Feldkirch die bedeutendste. Mit der Stadt und Herrschaft Feldkirch hatte Rudolf II. den besten Anteil an sich gebracht. Nach dem frühen Tod seines Erben Hugo IV. († 1310) übernahmen dessen geistliche Brüder, Rudolf III. († 1334) und Ulrich II. († 1350), die Regierung. Rudolf III. darf wohl als der bedeutendste Politiker seines Geschlechtes gelten: Der in Bologna ausgebildete Jurist war 1310 Generalvikar von Chur, 1322 Bischof von Chur (bis 1325), 1322 Bischof von Konstanz und 1330/33 daneben auch Administrator der Abtei St. Gallen geworden. Mit Kaiser Ludwig IV. ('dem Bayer') und dem Papst zerstritten, starb er im Kirchenbann, darf aber als der eigentliche Architekt der prohabsburgischen Politik des Hauses Montfort gelten. Sein in den weltlichen Stand zurückgekehrter Bruder Ulrich II. – auch er hatte in Bologna studiert – schloss 1337 den Ewigen Bund mit den Herzögen von Österreich. Seine lange Regierungszeit führte ihn ab 1343 in einen Konflikt mit seinen Neffen, die ihn zu einem Verzicht auf die Herrschaft zwangen. Der letzte Graf der Feldkircher Linie, Rudolf V. († 1390), zunächst viele Jahre Domherr und Dompropst in Chur und erst nach einer späten, kinderlosen Ehe zur Regierung berufen, veräußerte 1375 Stadt und Herrschaft Feldkirch an Österreich, dessen Vögte 1379 in Feldkirch einzogen. Im Zusammenhang mit dem Verkauf gewährte er der Stadt Feldkirch den großen Freiheitsbrief von 1376. Rudolf V. wurde nicht nur dadurch der beliebteste Graf seines Geschlechtes: Er investierte auch den von Österreich erzielten Kaufpreis in eine Stadterweiterung und in viele Stiftungen zu Gunsten der Bürgerschaft.
Die mit dem Tod des Grafen Hugo V. 1338 ausgestorbene Bregenzer Linie wurde durch die (ältere) Tettnanger Linie beerbt. Graf Wilhelm II. von Tettnang († 1354), der die Herrschaften Bregenz und Tettnang wieder vereinigte, kam als kaiserlicher Statthalter in der Lombardei zu großem Reichtum. Seine Nachkommen teilten ihren Besitz wiederholt auf. Alle Grafen von Tettnang machten im Reichsdienst oder auch unter den Habsburgern Karriere und traten nach der Glaubensspaltung für eine kompromisslose Verteidigung der katholischen Konfession ein. Die (ältere) Tettnanger Linie starb 1574 mit dem kunstsinnigen Ulrich VI. Aus.


Freiheitsbrief